バイオグラフィー
1970/01/01
Aktion "Die Akademie brennt" (Academy Burning)
With two fellow students and several hired activists, Helnwein stages a rebellion at the Akademy of Fine Arts in Vienna. The trigger was the refusal of the professors to allow student representatives a say in the entrance examinations. The event is carefully planned and choreographed by Helnwein. Professors are locked in, doors are set a blaze, the building is filled with smoke, paint splattered on the walls, windows smashed and serious damage is done. Panic breakes out and Riot police moves in. The "student revolt at the Academy of Fine Arts " makes the headlines in the Austrian media. The next day Helnwein and his colleagues get picked up by custodians of the university and charged. Hertha Firnberg, Austrian minister of art and science, declares their action to be political and all investigations and criminal proceedings are dropped.
Akademie der Bildenden Künste, Wien
1910
Gottfried Helnwein:
"...das war es für mich, was das Faß zum Überlaufen brachte, etwas sehr persönliches und ganz anders begründet als bei den meisten Studenten, nicht als historisch notwendige Erhebung gegen den Spätkapitalismus, sondern als ein persönlicher Rachefeldzug gegen die Autoritäten: Das kriegt ihr zurück. Ich war auch sehr distanziert zu diesen emsigen Studenten, die alle mit ihren Parkajacken und runden Nickelbrillen, tiefbleich, wie aufgescheuchte Hühner hin- und hergerannt sind und irgend jemanden zitiert haben - Chefideologen haben mich immer in Tiefschlaf versetzt. Ich war dafür, etwas zu tun, zu handeln!
Die Freunde, die ich hatte - Manfred Deix, Robert Schöller und andere Kollegen von mir -, waren ebenfalls Leute, die ganz woanders herkamen, die den Rolling Stones, Jimi Hendrix, den Comic Strips, der Trivialkultur verpflichtet waren. Das war der Ausbruch von Emotionen - Jimi Hendrix, der auf dem Boden liegt, die Gitarre anzündet und mit der Zunge drauf spielt, so etwas, ja, das war es! Dann habe ich mir gedacht, okay, ich mache einen Aufstand unter Aussparung aller Studenten, denn mit denen ist es sowieso viel zu kompliziert. Nein, ich war dafür, daß man es spürt, riecht und daß es richtig kracht. Ich war für eine echte Revolution - der Traum meiner ganzen Kindheit und Jugend. Anarchie - Leute wie Robin Hood waren mir immer viel näher als Marx oder Lenin. Marx war für mich einfach jemand, der ständig auf seinem fetten Arsch saß und sich von einem Großindustriellen aushalten ließ.
Und dann habe ich die Revolte vorbereitet, akademiefremde Leute von draußen geholt, aus dem Untergrund - Outlaws, die nicht arbeiteten, junge Leute, die nicht studierten oder nur pro forma eingeschrieben waren, herumstreunten wie hungrige Wölfe und noch eine Rechnung mit der Gesellschaft zu begleichen hatten. Aber eigentlich war es Theater, eine Inszenierung.
Den ersten Anlaß bot die Aufnahmeprüfung. Das war für uns der günstigste Moment zuzuschlagen. Es war wirklich erniedrigend, zu sehen, wie da zweihundert Anwärter mit ihren Mappen, schneeweiß im Gesicht, mit schweißnassen Händen stehen und darauf warten, daß sie in den Saal eingelassen werden, wo dreizehn Mumien sitzen, die von Tuten und Blasen keine Ahnung haben, mit gichtigen Fingern in den Zeichnungen dieser Maturanten herumwühlen und dann meistens sagen: lernen Sie lieber einen anständigen Beruf, Kunst ist nichts für Sie..."




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